De tout mon Coeur t'exalteray
Die Schweiz im Psalmenfieber
Er infizierte in der Mitte des 16. Jahrhunderts die reformierten Teile der Schweiz und das ganze reformierte Europa mit einem wahren Psalmenfieber:
Der Genfer Psalter.
Die berührenden Melodien dieser Psalmensammlung in französischer Sprache inspirierten die bedeutendsten Komponisten der Zeit zu einem Boom mehrstimmiger
Werke: Genfer Psalter, Psalmen und Psalmmotetten von J. P. Sweelinck und C. Goudimel
Besetzung: 2 Sängerinnen, 6 Sänger
Variante: In angepasster Form mit 5 Sängerinnen und Sängern
Puer natus est nobis
Weihnachtliche Renaissancemusik von Ludwig Senfl
Er gilt als grösster Schweizer Komponist der Renaissance: Ludwig Senfl (um 1490-1543), aus Basel oder Zürich stammend, wurde am Hofe von Kaiser Maximilian I. von Heinrich Isaac (um 1450-1517) ausgebildet und zu dessen berühmtesten Schüler und Nachfolger als Hofkomponist der kaiserlichen Kapelle.
Werke: Weihnachtsmesse und Motetten zum Weihnachtstag von L. Senfl und H. Isaac
Besetzung:1 Sängerin, 3 Sänger, 2 Zinken, 2 Posaunen
O Heiland, reiss die Himmel auf
Adventliche Prophezeiungen vom Mittelalter bis in die Gegenwart
In seinem neuen Adventsprogramm spannt das Ensemble Lamaraviglia einen weiten musikalischen Bogen vom Mittelalter bis in die Gegenwart. Ausgangspunkt sind die gregorianischen Choräle «Rorate Caeli» und «Ecce dies venient» sowie der Leis «Sei willekommen, Herre Christ». Die Texte der Choräle beziehen sich auf Verse aus den alttestamentlichen Büchern Jesaja und Jeremiah. Sie verheissen einen weisen König, der die Menschen aus Finsternis und Elend erlösen wird.
Im Konzert erklingen die alten Adventsmelodien einstimmig, in mehrstimmigen Renaissancemotetten und in neukomponierten Sätzen von Matthias Deger (geb. 1989), die sich gleichsam aus den alten Melodien heraus entwickeln und sie in einem neuen harmonischen Gewand mitten in unsere Gegenwart führen. Es entsteht ein musikalisches Gewebe aus uralten Texten und Melodien und neugeschaffenen Klängen, welches der jahrhundertealten adventlichen Sehnsucht nach Frieden und einer gerechten Welt Ausdruck verleih
Werke: Adventliche gregorianische Choräle und Weihnachtslieder in Sätzen von Heinrich Isaac (1450-1517), Michael Prätorius (1571-1621) und Giovanni Pierluigi da Palestrina (ca. 1525–1594) und Matthias Deger (*1989). Fantasien und Lautenlieder von Francesco da Milano (1497–1543) und Ivo Haun (*1985).
Besetzung: 5 SängerInnen und Laute

Mit seinem umfangreichen Werk trug er einen wichtigen Teil zur Entwicklung des franko-flämischen polyphonen Stils in Deutschland bei. Umso überraschender ist es, dass der grössere Teil seines Werkes noch auf Erforschung wartet und nur selten im Konzert zu hören ist.
Lamaraviglia lädt ein, eine Weihnachtsmesse und Motetten zum Weihnachtstag von Ludwig Senfl zu entdecken. Vokale und instrumentale Werke seines Lehrers Heinrich Isaac runden das Programm ab. Stimmen, Zinken und Posaunen vereinen sich zu einem vollen und doch transparenten Klang und schaffen dabei eine ebenso innige wie festliche Weihnachtsstimmung.
Psalmvertonungen. Diese erfreuten sich rasch einer unglaublichen Beliebtheit und verbreiteten sich dank Übertragungen ins Deutsche, Italienische und sogar ins Rätoromanische in Windeseile in ganz Europa und bis in die entlegensten Bergtäler der Schweiz.
Von dieser erstaunlichen Reise berichtet des Ensemble Lamaraviglia klangvoll in seinem aktuellen Programm. Es folgt den Spuren des Genfer Psalters durch Länder und Sprachen, und stösst dabei auf eine ganz besondere „Schweizer Spezialität“: die mit rätoromanischem Text versehenen Psalmen des Niederländers Jan Pieterszoon Sweelinck (1562-1621), welche der Kirchenchor von Zuoz im Oberengadin bereits Ende des 17. Jahrhunderts in der Kirche sang.
Mit den kraftvoll archaischen Genfer Gesängen, den schlichten Kompositionen von Claude Goudimel und den kunstvoll strahlenden Werken Jan Pieterszoon Sweelincks, gesungen in allen vier Schweizer Landessprachen, verspricht Lamaraviglia einen Hörgenuss mit spannendem kulturhistorischem Hintergrund, der Renaissance-Fans, Liebhaber des reinen A-Cappella-Stimmklanges, Sprachfreunde sowie historisch und theologisch Interessierte gleichermassen zu begeistern weiss.

Regina Caeli Laetare - Freue Dich, Du Himmelskönigin
Geistliche Werke von Orlando di Lasso und Michael Kraf

Obwohl sie sich zu Lebzeiten nie getroffen haben, sind sie über das Kloster Weingarten bei Ravensburg musikalisch miteinander verbunden: Orlando di Lasso (1532—1594), einer der bedeutendsten Komponisten der Renaissance und Michael Kraf (1595–1662), eine Generation jünger als Lasso, zu Lebzeiten erfolgreichen, doch heute in Vergessenheit geraten.
Michael Kraf war ab 1616 in der Abtei Weingarten bei Ravensburg als Komponist und Organist tätig. Unter Abt Georg Wegelin (1558–1627) besass die reiche Abtei zwischen 1600 und 1630 eine blühende Musikkultur. Kraf schrieb zahlreiche Messen, Magnificat, Litaneien und Motetten, die den praktischen Bedarf der Weingartner Abtei an Kirchenmusik zeigen. Zusammen mit einem Geschäftspartner gründete er eine Druckerei in Rorschach, in welcher seine Werke gedruckt wurden. Obwohl Kraf erst im Jahr 1595, also nach Orlando di Lassos Tod, geboren wurde, besteht über die Abtei Weingarten und Abt Georg Wegelin eine enge Verbindung zwischen den Komponisten. So widmete Lasso dem Abt, einen Band mit fünfstimmigen Messevertonungen. Wir dürfen also davon ausgehen, dass Kraf Lassos Werk bestens bekannt war.
Im Programm «Regina Caeli, laetare – freue Dich, Du Himmelskönigin» kombiniert Lamaraviglia Motetten von Michael Kraf mit Orlando di Lassos sechsstimmiger «Missa super Aria di Ruggiero». Durch die Gegenüberstellung von Lassos streng polyphonem, durch Klarheit glänzenden Stil und Michael Krafs italienisch inspiriertem, deklamatorischen und concertierenden Stil entsteht ein kontrastreiches Konzertprogramm am musikalischen Wendepunkt zwischen Renaissance und Barock.
Im Konzert musiziert Lamaraviglia Orlando di Lassos Messe aus einem Faksimile und lässt so das Publikum die Praxis des Singens aus einem Chorbuch – alle singen aus einem einzigen grossen Buch – erleben.
Werke: Missa super Certa fortiter von Orlando di Lasso, Motetten von Michael Kraf,
Instrumentalmusik von Claudio Merulo, Heinrich Scheidemann und Alessandro Picinnini.
Besetzung: 6 Sängerinnen und Sänger, Orgelpositiv, Theorbe
Variante: Die Besetzung lässt sich erweitern auf 8 Sängerinnen und Sänger und ergänzen mit zusätzlichen Instrumenten wie Violone, Zinken und Posaunen.